Donald Trump könnte Altersvermögen schnappen, falls Bundesrat nicht willig ist. Unglaubliche US-Gläubigkeit rächt sich.
Er habe die Frau am anderen Ende der Leitung nicht gekannt, so gestern Donald Trump in einem Interview.
Gemeint ist Karin Keller-Sutter. Die Schweizer Bundespräsidentin.
Die hatte es letzte Woche vergeigt. Sie belehrte den US-Präsidenten minutenlang, warum die Schweiz ein Good Guy sei.
„Sie wollte nicht zuhören“, meinte jetzt Trump. 40 Milliarden Handelsplus und kaum Zölle leisten – das gehe nicht
Soeben flogen Keller-Sutter und Guy Parmelin, der Vize-Präsident der Eidgenossenschaft, im Bundesrats-Jet in höchster Not nach Washington.
Heute treffen sie Trumps Aussenminister. Hektische Reisediplomatie, nachdem die Schweiz alles falsch gemacht hat. Keller-Sutter unterschätzte Trump sträflich. Sie meinte, sie hätte einen guten Draht zu ihm. Heute kennt der sie nicht einmal mehr. Trump nannte die Freisinnige „Premierministerin“.
Das Zu-Kreuze-Kriechen ist nicht nur erbärmlich. Sondern auch fruchtlos. Grund ist die totale Abhängigkeit von Amerika, in die sich die Regierung hineinmanövriert hat.
Die AHV hat ihre Wertschriften-Verwahrung der US-Bank State Street übergeben. Zwar offiziell dem Ableger in München.
Doch Trump interessieren solche juristischen Finessen kaum. Im Notfall weist er die State Street an, die AHV-Wertpapiere zu blockieren.
Es geht um die Renten der Schweizer Bürger. Die AHV-Verantwortlichen, gewählt vom Bundesrat, sind in die US-Falle getappt.
Mutwillig.
Gleich wie die Armee. Deren Kommandanten wollten unbedingt den F-35. Jetzt zahlt sich die Schweiz dumm und dämlich. Und ist erst noch vom Goodwill der US-Generäle abhängig. Die bestimmen, ob der Rolls Royce der Kampfjets abhebt – oder am Boden stehen bleibt.
Unsere Top-Guns Karin Keller-Sutter, kurz KKS, und Guy Parmelin stehen mit leeren Händen da. Sie und ihre Kollegen in der Landesregierung entpuppen sich als Naivlinge.
Trump hatte vor 4 Monaten 31 Prozent Strafzoll gegen die Schweiz angekündigt. Etwas mehr als gegen die EU.
Während Brüssel den Tarif auf 15 Prozent halbierte, hat die Schweiz eine Verschärfung auf den Deckel gekriegt. Von 31 auf 39 Prozent.
Schlechter sind nur Syrien und Myanmar.
Die Schweiz, ausser Rand und Band. Der Bundesrat, eine Truppe im Chaos-Zustand.
Trump dürfte sich freuen. Er hat einem der reichsten Länder des Planeten den Tarif erklärt. Fertig Sonderzüglein.
Die Schuld trägt die Regierung. Deren Schwäche ist die Folge des Wählerwillens.
Der Bundesrat hat in den vier Monaten nicht erkannt, worum es Trump im Kern ging. Um die bis dreimal so hohen Medikamenten-Preise der Pharma-Multis für US-Bürger.
Statt dass Bern der Pharma-Lobby klargemacht hätte, was es geschlagen hat, liess sich der Bundesrat um den Finger wickeln.

Keine Zugeständnisse beim Preis, nur wenig mit zukünftigen Milliarden-Investments von Roche und Novartis in den USA.
Hinter den Kulissen führte die Interpharma Regie. So heisst die Lobby der Schweizer Pharma-Industrie, die jahrzehntelang von Thomas Cueni dirigiert worden war.
Zu den Mitgliedern zählen neben den Basler Multis viele ausländische Konzerne. Darunter zahlreiche aus den USA: Johnson & Johnson, Abbvie, Amgen, Lilly, Merck, Moderna, MSD, Pfizer.
Was führen die im Schild?
Die Interpharma gilt als besonderer Machtfaktor in der Alpenrepublik.

Zusammen mit dem Bauern-Verband und dem Boss der Gewerkschaften bestimmen sie weitgehend die helvetische Wirtschaftspolitik.
Den Preis bezahlt die „normale“, fleissige Schweizer Exportwirtschaft: Uhren, Schokolade, Maschinen.
Die Pharma-Branche hätte die Schweiz „in Geiselhaft“ genommen, sagte Breitling-Uhren-Boss Georges Kern der NZZ am Sonntag.
Alt-Botschafter Thomas Borer doppelte in der NZZ nach: Trump gehe es um die Drug-Preise. Die müssten runter. „Wahrscheinlich will Trump die Pharmaindustrie in die Knie zwingen.“
Das hatten die Bundesräte nicht erkannt. Jetzt heisst es Bitti-Bätti-Machen. Duo KKS-Parmelin wirft sich vor dem neuen Cäsar in den Staub.
