Trump dürfte sich freuen. Er hat einem der reichsten Länder des Planeten den Tarif erklärt. Fertig Sonderzüglein.

Die Schuld trägt die Regierung. Deren Schwäche ist die Folge des Wählerwillens.

Der Bundesrat hat in den vier Monaten nicht erkannt, worum es Trump im Kern ging. Um die bis dreimal so hohen Medikamenten-Preise der Pharma-Multis für US-Bürger.

Statt dass Bern der Pharma-Lobby klargemacht hätte, was es geschlagen hat, liess sich der Bundesrat um den Finger wickeln.

Vater der Super-Lobby: Thomas Cueni (Die Volkswirtschaft)

Keine Zugeständnisse beim Preis, nur wenig mit zukünftigen Milliarden-Investments von Roche und Novartis in den USA.

Hinter den Kulissen führte die Interpharma Regie. So heisst die Lobby der Schweizer Pharma-Industrie, die jahrzehntelang von Thomas Cueni dirigiert worden war.

Zu den Mitgliedern zählen neben den Basler Multis viele ausländische Konzerne. Darunter zahlreiche aus den USA: Johnson & Johnson, Abbvie, Amgen, Lilly, Merck, Moderna, MSD, Pfizer.

Was führen die im Schild?

Die Interpharma gilt als besonderer Machtfaktor in der Alpenrepublik.

Fliegt der wieder? (Bundesratsjet, gegroundet)

Zusammen mit dem Bauern-Verband und dem Boss der Gewerkschaften bestimmen sie weitgehend die helvetische Wirtschaftspolitik.

Den Preis bezahlt die „normale“, fleissige Schweizer Exportwirtschaft: Uhren, Schokolade, Maschinen.

Die Pharma-Branche hätte die Schweiz „in Geiselhaft“ genommen, sagte Breitling-Uhren-Boss Georges Kern der NZZ am Sonntag.

Alt-Botschafter Thomas Borer doppelte in der NZZ nach: Trump gehe es um die Drug-Preise. Die müssten runter. „Wahrscheinlich will Trump die Pharmaindustrie in die Knie zwingen.“

Das hatten die Bundesräte nicht erkannt. Jetzt heisst es Bitti-Bätti-Machen. Duo KKS-Parmelin wirft sich vor dem neuen Cäsar in den Staub.