Berset, der Bischof, der Botschafter bei der NATO
Der Europarat-Generalsekretär und damalige Schweizer Gesundheitsminister, Alain Berset, erklärte, dass die NATO in der Schweizer Corona-Politik nicht involviert war, obwohl in der Schweiz während der Pandemie eine „ausserordentliche Lage“ nach Epidemiengesetz ausgerufen wurde, bei der auch Teile der Bundesverfassung temporär ausser Kraft gesetzt werden konnten
Die NATO spielte während der ausserordentlichen Lage in der Schweiz 2020 eine indirekte und systemische Rolle, hauptsächlich im Bereich der Sicherheitsarchitektur, Informationsaustausch und Resilienz, aber [angeblich] ohne aktive Intervention oder Steuerung der Schweizer Pandemiepolitik[1][2][3].
Sicherheitsarchitektur und Resilienz
- Da die Schweiz von NATO-Staaten umgeben ist und als Partnerin im „Partnership for Peace“-Programm eingebunden ist, profitiert sie von der durch die NATO stabilisierten Sicherheitslage. Diese kann im Krisenfall helfen, transnationale Risiken besser einzuschätzen und sich vor potenziellen Bedrohungen wie Cyber-Angriffen oder Desinformationskampagnen zu schützen[1][2][3].
- Die NATO verstärkte infolge der Pandemie ihre Anstrengungen in Biowaffenabwehr und Frühwarnsystemen. Auch wenn dies nicht direkt in der Schweiz stattfand, sind die Erkenntnisse, Standards und Informationsnetze mittelbar nutzbar für Schweizer Behörden[4][1].
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Informationsaustausch und Netzwerken
- Innerhalb der Partnerschaft für den Frieden kann die Schweiz auf Informationskanäle und Analysen der NATO zugreifen, insbesondere im Bereich Krisenmanagement, militärische Logistik, und Bedrohungserkennung. Die Schweiz brachte hier auch eigene Erfahrungen ein, ohne dabei Souveränitäts- oder Neutralitätsprinzipien zu verletzen[2][3].
- Expertenaustausch und Kooperationsformate im Euro-Atlantischen Partnerschaftsrat verbesserten das Lagebild zu globalen Entwicklungen und ermöglichten der Schweiz, ihre Pandemiepolitik in Relation zu internationalen Standards zu bringen[3][2].
Fazit
Die NATO beeinflusste die Schweizer Pandemiepolitik indirekt durch Stabilisierung der europäischen Sicherheitslandschaft, den Zugriff auf analytische Informationen und über Zusammenarbeit im Rahmen von Partnerschaftsstrukturen – jedoch ohne praktische Intervention oder eine Steuerungsfunktion in der ausserordentlichen Lage selbst[1][2][3].
Quellen
[1] Jahresbericht 2020–2021 https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/72079.pdf
[2] Warum die Schweiz in der Partnerschaft für den Frieden mitmacht https://www.pfp.admin.ch/de/die-schweiz-und-die-partnerschaft-fur-den-frieden-warum-die-schweiz-in-der-partnerschaft-fur-den-frieden-mitmacht
[3] NATO: Partnerschaft für den Frieden https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/aussenpolitik/internationale-organisationen/nato-partnerschaftfuerdenfrieden.html
[4] Nato verstärkt infolge von Corona-Pandemie die ..https://www.suedostschweiz.ch/politik/2020-12-29/nato-verstaerkt-infolge-von-corona-pandemie-die-biowaffenabwehr
[5] NATO’S ESSENTIAL ROLE IN THE COVID-19 PANDEMIC https://www.nato-pa.int/document/2020-natos-essential-role-covid-19-pandemic-revised-draft-report-mesterhazy-091-dsc-20-e
Links zu Videos:
- Kurzform https://x.com/i/status/1992889498179432884
- Transition TV https://vid.transitiontv.org/files/videos/2025/11/23/176393420594ddd-1080.mp4
- Transition TV
Jacques Pitteloud, Schweizer Botschafter in Belgien, Charles Morerod, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz, und Alain Berset, Generalsekretär des Europarats in Strassburg, waren die Gesprächspartner von «Transition TV» an der Universität Freiburg am 14. November 2025.
