Wer ist Jeffrey Sachs?

Wer ist Jeffrey Sachs und wie sind seine Aussagen

 

Wer ist Jeffrey Sachs:

Jeffrey David Sachs ist ein US-amerikanischer Ökonom, Professor für nachhaltige Entwicklung und ein einflussreicher Berater in der internationalen Politik. Er wurde am 5. November 1954 in Oak Park, Michigan, geboren und wuchs in einer jüdischen Familie auf. Nach dem Abschluss der High School studierte er an der Harvard University, wo er 1976 summa cum laude einen Bachelor of Arts erwarb, gefolgt von einem Master und einem Doktortitel in Ökonomie. Seine Dissertation beschäftigte sich mit Faktorkosten und makroökonomischen Anpassungen in offenen Volkswirtschaften.

Sachs begann seine akademische Karriere 1980 an der Harvard University als Assistenzprofessor und wurde mit nur 28 Jahren ordentlicher Professor. Von 1995 bis 2002 leitete er Institute für internationale Entwicklung an Harvard. 2002 wechselte er an die Columbia University in New York, wo er derzeit als Universitätsprofessor tätig ist und das Center for Sustainable Development leitet. Von 2002 bis 2016 war er Direktor des Earth Institute an der Columbia University, das sich auf nachhaltige Entwicklung und globale Herausforderungen konzentriert.

In seiner Karriere beriet Sachs zahlreiche Regierungen bei wirtschaftlichen Reformen. Bekannt wurde er durch seine Arbeit in Bolivien 1985, wo er half, eine Hyperinflation durch Preisfreigabe und Haushaltskürzungen zu stoppen. In Polen 1989 unterstützte er die Übergang zur Marktwirtschaft mit einem „Schocktherapie“-Ansatz, der schnelle Privatisierungen und Stabilisierungsmaßnahmen umfasste – ein Modell, das auch in Russland angewendet wurde, aber dort für wirtschaftliche Turbulenzen kritisiert wurde. Sachs engagierte sich stark in der Armutsbekämpfung, Gesundheitspolitik und Umweltschutz, insbesondere in Afrika. Er gründete das Millennium Villages Project, das in mehreren afrikanischen Ländern nachhaltige Entwicklung fördern sollte, und leitete von 2002 bis 2006 das UN-Millennium-Projekt zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs). Später warb er für die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der UN. Als Sonderberater der UN-Generalsekretäre von 2001 bis 2018 trug er zur Gründung globaler Initiativen wie dem Global Fund gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria bei.

Zu seinen notable Werken gehören Bestseller wie „The End of Poverty“ (2005), „Common Wealth“ (2008) und „The Price of Civilization“ (2011). Er ist Mitbegründer des World Happiness Report und hat Bücher zu Klimawandel, Globalisierung und Geopolitik verfasst. Sachs ist ein gefragter Redner und Kolumnist, der sich für Dekarbonisierung und engere US-China-Beziehungen einsetzt.

Sachs ist kontrovers umstritten: Seine „Schocktherapie“ in Osteuropa wurde für soziale Härten verantwortlich gemacht. Das Millennium Villages Project wurde als Misserfolg kritisiert, da es keine nachhaltigen Verbesserungen brachte. In der Geopolitik hat er Positionen bezogen, die als pro-russisch oder pro-chinesisch wahrgenommen werden, z. B. die Kritik an US-Sanktionen gegen Venezuela (die er für Todesfälle verantwortlich machte), die Ablehnung des Begriffs „Genozid“ bei der Unterdrückung der Uiguren in China oder seine These, die USA hätten die Nord-Stream-Pipelines sabotiert. Während der COVID-19-Pandemie leitete er eine Lancet-Kommission und änderte seine Meinung zur Lab-Leak-Theorie. Zuletzt kritisierte er Israels Ministerpräsidenten Netanyahu scharf und warnte vor Eskalationen im Nahen Osten-Konflikt. Im Februar 2025 sprach er vor dem Europäischen Parlament und forderte eine unabhängige EU-Außenpolitik.

 

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