Der Krieg, über den man euch nichts erzählt

von arras für den Saker Blog, 01.12.2019 – übersetzt vom fabelhaften Fritz the Cat
http://thesaker.is/war-in-ukraine-the-one-you-are-not-been-told-about/

Der Krieg in der Ukraine

Wenn man über den Krieg in der Ukraine hört, dann denkt man vielleicht an den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, mit dem einen die westlichen Konzernmedien seit fünf Jahren einwickeln. Dieser Krieg ist ein Schwindel, so falsch wie die Verschwörungsstory Trump-Russland. Hätte es je einen Krieg zwischen der Ukraine und Russland gegeben, so wäre er längst vorüber. Wie Wladimir Putin 2014 mit den berühmten Worten zu Manuel Barroso von der EU sagte, wären russische Panzer in Kiew und die ukrainische Hauptstadt wäre innerhalb von zwei Wochen besetzt, wenn Russland das wollte. Und kein ernsthafter politischer Führer oder Militärexperte hat das je bezweifelt.

Es gab einen Krieg in der Ukraine, aber zwischen dem westlich unterstützten Regime, das nach dem vom Westen unterstützten Staatsstreich 2014 n die Macht kam, und den von Russland unterstützten Rebellen, die sich der Anerkennung des Putsches verweigerten. Aber dieser Krieg endete 2014, als die Ukraine einen Kapitulationsvertrag unterzeichnete, „Minsk 2-Abkommen“ genannt, nachdem die ukrainische Armee in der Schlacht von Debaltsevo zerstört worden war.

Also was ist Der Krieg in der Ukraine? Wer kämpft dort und warum?

Der Krieg, der in der Ukraine andauert, ist der Krieg um das Recht, die „ukrainische Kuh“ zu melken. Dieser Krieg ist kein zurückliegender, und er ist auch nicht einzigartig für die Ukraine. Es ist der Krieg, der in vielerlei Beziehung und in verschiedenen Graden der Intensität nahezu überall stattfindet. Eine Kuh ist ein Staat, und jene, die ihn melken, sind verschiedene Eliten und Mafias, die um die Umverteilung der Ressourcen jener Gesellschaft kämpfen. Der Unterschied ist, dass – während in den meisten Gesellschaften jene, die die Kuh melken, die Kuh am Leben halten wollen – sich in der Ukraine niemand um das Wohlbefinden der Kuh gekümmert hat. Postsowjetische ukrainische Eliten, manchmal auch Oligarchen genannt, haben die ukrainische Kuh gnadenlos und grenzenlos gemolken, bis die ukrainische Kuh genug hatte und sich dazu entschied, aufzugeben. Und deshalb wird der Krieg um die schäbigen Überreste des Euters intensiver. Nun, wer kämpft um die Überbleibsel?

Die kriegsführenden Parteien

Die eine Seite: Igor Kolomoisky und Verbündete

Nachdem sich die USA geweigert haben, Petro Poroschenko bei der letzten Präsidentenwahl zu unterstützen, ist Kolomoisky der mächtigste und aggressivste aus der verbliebenen postsowjetischen ukrainischen Oligarchie. Kolomoisky war ein ehemaliger Verbündeter von Poroschenko, er unterstützte den vom Westen unterstützten Maidan-Putsch 2014 und finanzierte dann die ersten Neonazi-Bataillone für den Bürgerkrieg im Osten des Landes. 2016 stahl er unter Mithilfe des damaligen Präsidenten Poroschenko und der Chefin der ukrainischen Nationalbank Valerya Hontareva mit seiner PrivatBank etwa 5,6 Milliarden Dollar von den Krediten der USA und des IWF. Kolomoisky benutzte dann dieses Geld, um verschiedene Vermögensanlagen in den USA selbst zu erwerben. Das hat die US-Regierung (damals unter Barack Obamas Präsidentschaft) und den IWF verärgert. Sie zwangen Poroschenko und Hontareva, die PrivatBank zu verstaatlichen, was zu dem Konflikt zwischen Poroschenko und Kolomoisky führte. Die Schlacht, die Kolomoisky verloren hat und die seinen Rückzug aus der ukrainischen Politik erzwang. Kolomoisky, die ukrainische Regierung, PrivatBank, die US-Regierung und der IWF streiten seither um diese 5,6 Milliarden vor zahlreichen Gerichten in der Ukraine, Großbritannien und den USA.

Nach der jüngsten Wahl 2019 und der Niederlage von Poroschenko ist Kolomoisky zurück an der Macht. Er kontrolliert über seinen Verbündeten Arsen Avakov (Innenminister der Ukraine) den ukrainischen Sicherheits- und Polizeiapparat. Er kontrolliert auch weite Teile innerhalb der regierenden Partei von Präsident Zelenskii. Zelenskii selbst steht Kolomoisky nahe, da er für einen Fernsehsender arbeitete, der im Besitz von Kolomoisky ist. Eine Arbeit, die ihn in der Ukraine populär gemacht hat. Und Popularität wiederum war enorm wichtig für seinen Wahlsieg. Man kann sagen, dass es seine Arbeit für Kolomoisky war, die ihn zum Präsidenten machte.

Arsen Avakov ist eine zwielichtige Gestalt, die nicht nur den ukrainischen Sicherheits- und Polizeidienst und die Nationalgarde kontrolliert, sondern auch neonazistische und radikale Organisationen und paramilitärische Formationen in der Ukraine. Auch Avakov ist ein ehemaliger Verbündeter und Minister von Poroschenko, der im Bürgerkrieg und der Unterdrückung der Opposition eine wichtige Rolle spielte. Nachdem er die Veränderung im politischen Klima spürte, betrog er jedoch vor der Wahl Poroschenko, wechselte die Seite und verbündete sich mit Kolomoisky. Das Resultat war, dass er in der neuen Regierung seinen Posten als Innenminister behalten durfte.

Die andere Seite: Soros, der US Deep State und Verbündete

George Soros melkt, so wie Kolomoisky und andere ukrainische Oligarchen, die Kuh. Der einzige Unterschied ist, dass Soros das global tut. Für ihn ist die ukrainische Kuh nur eine von vielen. Er übt seinen Einfluss auf die Ukraine mit einem Netz aus NGOs und Finanzorganisationen aus, die er aufzubauen begann, lange bevor die Ukraine unabhängig wurde. Er hat seine Geschäfte dort rechtzeitig eingerichtet. Gegenwärtig wird sein Netzwerk von seinem ukrainischen Leutnant Tomas Fiala gemanagt. Er ist tschechischer Staatsbürger und Vorsitzender von Dragon Capital, besitzt Mediennetzwerke und führt die Aufsicht über NGOs, die offiziell so tun als würden sie die Korruption bekämpfen. Gleichzeitig ist Fiala selbst in mehrere Korruptionsskandale verwickelt.

Soros und seine Organisationen arbeiten eng mit der US-Außenpolitik, dem US-Sicherheitsapparat (auch Tiefer Staat genannt) und der Demokratischen Partei zusammen, da sie die grundlegenden geopolitischen Interessen einer internationalen Oligarchie teilen, deren Mitglied Soros ist.

Unter den postsowjetischen ukrainischen Oligarchen hat Soros einen wichtigen Verbündeten, Victor Pinchuk. Der ist Ehemann der Tochter des zweiten ukrainischen Präsidenten und Paten der ukrainischen Oligarchie, Leonid Kutschma.

Gemeinsam kontrollieren Soros und seine Verbündeten ihre eigen Fraktion in der Regierungspartei, gleich nach denen von Kolomoisky. Sie kontrollieren auch die Wirtschaftsminister der ukrainischen Regierung, deren einzige Aufgabe es ist, mit dem Roller durch die Gegend zu fahren, Smartphones zu besitzen, keine Erfahrung in Wirtschaftsangelegenheiten zu haben und brav die neoliberalen Befehle des IWF umzusetzen. In den Medien werden sie von den Leuten Kolomoiskys sarkastisch als „sorosiata“ bezeichnet, grob übersetzt „die Kinder von Soros“.

Das Schlachtfeld

Die beiden Seiten zu vergleichen scheint nicht gerecht zu sein. Örtliche, korrupte ukrainische Oligarchen gegen noch korruptere, aber wesentlich mächtigere internationale Oligarchen und deren zwei Außenstellen: der US Deep State und der IWF. Kolomoisky sollte keine Chance haben und so wie ein weiterer ukrainischer Oligarch enden, der sich mit dem US Deep State anlegte: Dmytro Firtash

Nur dass Kolomoisky einen unwahrscheinlichen Verbündeten gefunden hat: Donald Trump. Kolomoisky und Donald Trump haben keine direkten gemeinsamen Interessen. Wahrscheinlich kennen sie sich noch nicht mal. Trump hat an der Ukraine selbst sehr wenig Interesse. Sie haben jedoch etwas sehr Fundamentales gemeinsam… einen gemeinsamen Feind. Soros, der Tiefe Staat und die Führung der Demokratischen Partei haben Trump bereits während des Präsidentschaftswahlkampfes unterminiert und tun das heute immer noch. Und Kolomoisky und seine Verbündeten können Donald Trump beim Gegenangriff helfen.

Und das tun sie. Die Ukraine eröffnet nicht nur wieder die Untersuchung gegen Burisma und dessen Besitzer, sondern ermittelt auch gegen Hunter Biden direkt.

Das ist Kolomoiskys Gegenangriff gegen den ständigen Druck des IWF, die Milliarden wiederzuerlangen, die Kolomoisky von den Krediten des IWF an die Ukraine gestohlen hat. Der IWF hält künftige Kredite an die Ukraine solange zurück, bis die Ukraine sich fügt. Für ein Land mit einer zerstörten Wirtschaft, das auf IWF- und US-Kredite angewiesen ist um zurechtzukommen, ganz zu schweigen von der Rückzahlung vorangegangener Kredite, kommt das einer geladenen Pistole an der Schläfe gleich.

Aber das ist noch nicht alles. Noch gefährlicher für Kolomoisky ist, dass das FBI juristische Strafermittlungen wegen seiner Tricksereien eingeleitet hat. Diese Ermittlungen bedrohen Kolomoisky mit einer Auslieferung an die USA. Eine Reise, von der er wahrscheinlich nicht zurückkommt, da hilft ihm nicht einmal seine israelische Staatsbürgerschaft. Darum kämpft Kolomoisky nicht nur um sein (gestohlenes) Geld, sondern um sein Überleben.

Das ist vermutlich auch der Grund für seinen plötzlichen Wechsel in seiner Haltung zu Russland, wie er in seinem zeitlich gut platzierten Interview mit der Washington Post kundtat, auch wenn es wenig mehr ist als ein ziemlich schwacher und durchsichtiger Versuch, seine Gegner in den USA zu erschrecken.

Die Tatsache, dass ein örtlicher Konflikt um das Recht, das bald leere Euter einer kranken ukrainischen Kuh zu melken, mit dem Bürgerkrieg innerhalb des US-Establishments zusammenhängt, ist ein guter Grund, das Geschehen in der Ukraine im Auge zu behalten, das hinter der gefakten Propaganda der Konzernmedien über russische Aggression versteckt liegt. Denn die Folgen werden nicht nur die Ukraine und die USA zu spüren bekommen, sondern auch der Rest der Welt.

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