Gedanken zum Transhumanismus der Eliten

Die tatsächliche Realität ist der dystopischen, erweiterten Realität des Metaversums bei weitem vorzuziehen.

Ein Beitrag von Eva Bartlett

Ein virales Video, das sich über das Metaversum lustig macht und gleichzeitig die natürlichen Reize Islands hervorhebt, hat eine ernste Botschaft: Ist diese hochentwickelte Augmented-Reality-Welt mit ihrem alarmierenden Potenzial wirklich der beste Weg in die Zukunft?

Das Land, das gegen Banker in den Krieg zog und einst ungebetene FBI-Agenten hinauswarf, hat es nun mit Mark Zuckerbergs „Metaversum“ aufgenommen und kontert humorvoll mit „Icelandverse“ – „erweiterte tatsächliche Realität ohne albern aussehende Headsets.“

Die Kommentare der Zuschauer zu dieser satirischen Tourismuswerbung waren überwiegend positiv. Die meisten amüsierten sich über die unheimliche Zuckerberg-Imitation (bis hin zu dem Ton der berühmten Blauen Lagune in Island, den Zack reichlich auf sein Gesicht schmierte, ähnlich wie Zuckerberg es mit Sonnencreme beim Surfen tat).

Aber abgesehen vom Unterhaltungswert des Clips ist die Botschaft, die heraussticht, folgende: Warum sollte man sich Kopfhörer aufsetzen und die virtuelle Realität besuchen, wenn man an einen so atemberaubenden Ort wie Island reisen könnte? Warum die falsche Realität dem Leben vorziehen?

Die Satire-Website The Babylon Bee nahm das Thema ebenfalls auf die Schippe und schrieb sarkastisch: „Gott hat die Schaffung eines ultrarealistischen Metaversums enthüllt, in dem Menschen mit anderen Menschen sprechen, lernen und arbeiten können, und erklärte, dass dieses einzigartige neue Metaversum ‚Universe‘ heißen wird.“

Die Fortschritte in der Augmented-Reality-Technologie (AR) werden so dargestellt, als ob sie unser Leben einfacher und angenehmer machen. Und für Kinder, die mit der Technologie aufgewachsen sind, mag AR leicht zu verkaufen sein. Aber für viele von uns, die offline, in der „realen Welt“ aufgewachsen sind, in Bächen spielten und in Parks Skateboard fuhren, ist der Gedanke an die erweiterte virtuelle Existenz von Big Tech abschreckend, ja sogar abstoßend.

Nach den Isolationssperren und anderen absurden wissenschaftsfeindlichen Maßnahmen, die vielen Menschen in den letzten anderthalb Jahren das Leben zur Hölle gemacht haben, dürstet es die Menschen nach Interaktionen im echten Leben, nicht nach Zoom-Anrufen oder anderen digitalen Treffen. Die Menschen dürsten nach echten Erfahrungen, den guten und den schlechten, den Dingen, die uns menschlich machen – und nicht nach einer virtuellen Welt, in der die Nutzer eine perfekte, problemlose Existenz wählen können.

In einer aktuellen und informativen Diskussion haben die Journalisten Whitney Webb und Ryan Cristian die Idee dieses AR-inspirierten Metaversums erörtert – nicht nur die Interpretation von Facebook, sondern auch von anderen Tech-Giganten – und warum es keine positive Entwicklung ist, obwohl es als solche dargestellt wird.

Einige der behandelten Punkte sind, dass das Metaversum einen Vorstoß zur Abschaffung der Online-Anonymität bedeuten könnte, dass Ihre digitale biometrische ID mit Ihrem Internetzugang verknüpft werden könnte (was natürlich Auswirkungen auf abweichende Meinungen hat) und dass Kinder und Jugendliche wahrscheinlich stark ins Visier genommen werden, da sie leichter zu überzeugen sind als Erwachsene, die seit Jahrzehnten ein reales Leben führen.

Was die Sicherheitsbedenken angeht, lohnt es sich, den Artikel von Webb über die Ursprünge von Facebook zu lesen, in dessen Einleitung es heißt: „Facebooks wachsende Rolle in dem sich ständig ausweitenden Überwachungs- und ‚Pre-Crime‘-Apparat des nationalen Sicherheitsstaates erfordert eine neue Untersuchung der Ursprünge des Unternehmens und seiner Produkte, da sie mit einem früheren, umstrittenen, von der DARPA betriebenen Überwachungsprogramm zusammenhängen, das im Wesentlichen dem entspricht, was heute das größte soziale Netzwerk der Welt ist.

In ihrem Gespräch bemerkte Webb weiter: „Alle diese [Silicon Valley]-Firmen sind im Wesentlichen zu Auftragnehmern der Regierung und der Geheimdienste geworden. Die Grenze zwischen ihnen ist nicht klar definiert und existiert wohl auch nicht.“

Und Cristian wies darauf hin, dass es bei der vierten industriellen Revolution [zu der solche technischen Fortschritte wie das Metaversum gehören] darum gehen wird, sich als Mensch zu verändern. Die Genbearbeitung wird Sie verändern. Aber wenn man jetzt Gehirnchips erwähnt, wird man als ‚Verschwörungstheoretiker‘ beschimpft.“

Doch wie er und Webb anmerken, wird dies inzwischen offen diskutiert. Sie verweisen auf einen Artikel von John Horgan vom Stevens Institute of Technology im Oktober 2021 in der angesehenen Zeitschrift Scientific American, in dem es heißt: „Ich wünschte, ich könnte das Metaversum – und insbesondere die auf Gehirnimplantaten basierende Version – als albernen Techno-Hype abtun. Aber in letzter Zeit sind beängstigende Dinge passiert, die früher unvorstellbar schienen. Angesichts der Unberechenbarkeit der Welt fällt es mir schwer, die Möglichkeit auszuschließen, dass eine unheilige Allianz aus Big Tech und Militär uns ein implantatgestütztes Metaversum aufzwingen wird.“

Während Zuckerberg also in den höchsten Tönen von all den positiven Dingen spricht, die das Metaversum mit sich bringen wird, ist das, was es tatsächlich bringen könnte, gelinde gesagt äußerst beunruhigend.

Und was Islands Anspielung auf das Metaversum angeht? Er war meisterhaft gemacht. Nachdem ich das „Islandversum“ schon oft besucht habe, kann ich dem nur zustimmen – es ist real, es ist eindringlich, das Wasser ist nass, und man braucht nicht einmal alberne VR-Headsets, um seine Pracht zu genießen.

Die tollen, atemraubenden Bilder kann man im Originalbeitrag von Eva Bartlett hier sehen

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