Der BAG-Situations­bericht ist ungeeignet für die Politik

Ein Schweizer Forscher hat den neuesten Covid19-Bericht des Bundesamtes für Gesundheit analysiert und kommt erneut zu einer sehr kritischen Einschätzung: „Der BAG-Situations­bericht ist ungeeignet für die Politik und eine dortige kompetente Entscheidungs­findung, ist erneut höchst unspezifisch, lückenhaft und mangelhaft aussagekräftig.“

Der BAG-Situationsbericht vom 14.4.2020 ist ungeeignet für die Politik und eine dortige kompetente Entscheidungsfindung, ist erneut höchst unspezifisch, lückenhaft und mangelhaft aussagekräftig

Die wichtigsten Zahlen finden sich im aktuellen Bericht des BAG weit unten, diesmal auf der letzten (von fünf) Seiten, und ohne Hinweis auf deren besondere Relevanz

  • Der Altersmedian der inzwischen 900 Verstorbenen liegt weiterhin bei 84 Jahren.
  • 96% litten an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck (64% der verstorbenen Personen), Herz-Kreislauferkrankungen (56%) und Diabetes (27%).
  • Die Altersspanne der Verstorbenen betrug 31 bis 101 Jahre.

Was auf Seite 5 nicht erwähnt bzw. kommentiert wird: 

  • Nicht erwähnt wird, dass die Todesfälle seit dem 28.3., also schon seit über 2 Wochen deutlich rückläufig sind. Hierzu gibt es im Bericht keine Grafik, obwohl sie das BAG auf ihrer Webseite an anderer Stelle, wenn auch nicht einfach auffindbar, aufführt.
    ➔ Die Abnahme der Todesfälle pro Tag aufzuzeigen ist von allerhöchster Wichtigkeit, um die Situation professionell beurteilen und kompetente Entscheidungen fällen zu können. Daher hier die aktuelle, im BAG-Bericht nicht enthaltene diesbezügliche Grafik.

Quelle: direkt: covid-19-schweiz.bagapps.ch/de-1.html Fallls dieser Link nicht funktioniert: auf dieser Seite des BAG nach unten scrollen und „Grafische Darstellungen / Verteilung nach Kanton, Alter und Geschlecht“ anklicken.

  • Nicht erwähnt wird im Bericht (im Gegensatz zur hier eingefügten Grafik) die konkrete Anzahl von Verstorbenen jüngeren Alters: 5 Verstorbene unter 50 Jahren, 19 Verstorbene unter 60 Jahren.
    ➔ Die Angabe der niedrigen Zahl von Todesfällen unter 70 Jahren ist bedeutungsvoll für die Beurteilung der grundsätzlichen Gefahrensituation
    .
  • Nicht erwähnt wird, ob es Todesfälle von Menschen unter 70 Jahren gab, die nicht an einer starken Vorerkrankung litten. 
    ➔ Diese Angabe wäre höchst bedeutungsvoll für die Gefahreneinstufung/Angst/Sicherheit für gesunde bzw. nicht altersschwache Menschen.
    .
  • Nicht erwähnt wird, ob Obduktionen stattgefunden haben und ob sich die Todesfälle zu welchem Anteil „mit“ bzw. „wegen“ der Virusinfektion ereignet haben.
    ➔ Diese Angaben sind von grundsätzlicher Relevanz für die Gefahreneinschätzung des Virus.
    .
  • Nicht erwähnt wird, ob bzw. in welchem Mass die Kapazitäten des Gesundheitsssystem ausgelastet sind.
    ➔ Die aktuelle Auslastung des Gesundheitssystems ist von allerhöchster Bedeutung für die Begründung anhaltender einschränkender ökonomischer und gesellschaftlicher Massnahmen.
    .
  • Nicht erwähnt wird, dass und warum die Prozentzahlen der Vorerkrankungen leicht rückläufig sind (von 98 auf 96% im Total, und beim Bluthochdruck bzw. den Herz-Kreiserkrankungen um 1 bzw. 2%).
    Da sich diese Werte auf sämtliche bisherige Todesfälle beziehen, sind diese effektiven Rückgänge seit dem letzten Bericht vom 9.4.2020 allerdings grösser als 1 bis 2%.
    ➔ Eine Analyse und Klarheit bezüglich Veränderungen statistischer Werte ist von Relevanz, insbesondere wenn es um Menschenleben geht.

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Des übrigen: folgendes erweckt im Bericht einen falschen Eindruck, sei es aus Inkompetenz oder um bezüglich vergangener Fehlentscheidungen und diesbezüglicher Verantwortung unauffällig zu bleiben:

  • Schon im allerersten Satz des Berichts liest man „…insgesamt 25 834 laborbestätigte Fälle, damit 254 zusätzliche Fälle innerhalb eines Tages.“
    ➔ Diese Aussage ist bezeichnend für die mangelnde Aussagekraft des gesamten Berichts. Zahlen sind nur einzuordnen, wenn sie in ein Verhältnis gesetzt werden. So wird weder berichtet, ob die Messungen intensiviert worden sind, noch in welchem Verhältnis sie zur Vorwoche oder zum Vorjahr getätigt wurden oder sich im Verhältnis verändert haben.
    ➔ Erneut werden ganz einfach absolute Zahlen vermittelt, die ohne Bezugsrahmen beeindruckend und erschreckend wirken.
    .
  • In genau diesem Stil fährt der Bericht schon wenige Zeilen weiter unten fort: „Die Schweiz weist eine der höchsten Inzidenzen (301/100 000 Einwohner) in Europa auf.“
    ➔ Auch hier ist völlig unklar, ob in anderen Ländern in derselben Intensität gemessen wird, denn je nachdem ist die Zahl in der Schweiz nur deswegen auffällig hoch, weil auffälig häufig gemessen wird.
    .
  • Es folgt dann eine Grafik mit der Entwicklung der Fallzahlen.
    ➔ Auffallend hierbei ist, dass der starke Rückgang auch an dieser Stelle mit keinem einzigen Wort erwähnt wird, als würde während dem gesamten Bericht aktiv vermieden, mit Worten über eine Verbesserung der Situation zu berichten.
    .
  • Auf der nächsten Seite folgt eine Grafik nach Verteilung der Infiszierten nach Alter und Geschlecht.
    ➔ Auch bei dieser Grafik gilt: sie ist sehr abhängig davon, wie intensiv und wo gemessen wird. Das bleibt unkommentiert. Zudem erweckt die Grafik den Eindruck, dass die gesamte Bevölkerung betroffen und damit bedroht ist. Auch das wird nicht thematisiert bzw. relativiert. Wichtig und korrekt wäre ein Hinweis, wieviele ohne relevante Vorerkrankungen Hospitalisierte jüngeren Alters das Krankenhaus wieder gesund verlassen. Vermutlich sind es nämlich alle.
  • Die nächste Seite wird dazu verwendet aufzuzeigen, dass die Kantone Genf, Tessin, Waadt und Basel-Stadt am stärksten betroffen sind.
    ➔ Inwiefern dies von faktischer oder strategischer Relevanz sein könnte, wird nicht kommentiert oder interpretiert.
    .
  • Die nächste Seite wendet sich der Hospitalisation zu. 13% wurden ohne Vorerkrankungen hospitalisiert.
    ➔ Auch hier müsste unbedingt erwähnt werden, dass von den Hospitalisierten jüngeren Alters (vermutlich bis 70 Jahre) niemand ohne gravierende Vorerkrankungen stirbt, oder in anderen Worten: dass die Menschen, die ohne Vorerkrankung starben, sehr hohen Alters und somit vom Alter geschwächt waren. Dies würde unbegründeten Ängsten und Befürchtungen vorbeugen. Man kann davon ausgehen, dass alle nicht sehr alten und ohne Vorerkrankungen Hospitalisierten das Spital genesen verlassen.

Fazit

Ein professioneller Bericht beinhaltet ein Fazit, unterscheidet zwischen Daten von hoher Relevanz und Daten von nebensächlicher Bedeutung, und schlussfolgert. Dieser Bericht tut dies nicht. Die Aussagen in diesem Bericht sind somit gleichzeitig als korrekt und unprofessionell einzustufen. Dieser Bericht dient mit seiner formulierten Aussageschwäche weder Politikern zu einer verantwortungsvollen Entscheidungsfindung, noch der Bevölkerung zu einer möglichst klaren Nachvollziehbarkeit der Situation und der eigenen Sicherheit (für gesunde Menschen bis ins recht hohe Alter) bzw. Gefahr (einzig für Risikogruppen, also schwer Vorerkrankte oder sehr alte Menschen).Weiter fehlt dem Bericht ein Blick auf Studien und ins Auslad. Er unterlässt wichtige Aussagen zu inzwischen entstandenen Erkenntnissen in anderen Ländern oder in fortgeschrittenen Studien, damit sich die Regierung (und der Bevölkerung) besser orientieren könnte. 
So fehlen z.B. nicht nur Angaben bezüglich Obduktionen und effektive Todesursachen („mit“ oder „wegen“ dem Corona-Virus), sondern auch die Ergebnisse von Obduktionen andernorts (z.B. in Hamburg – kein einziger Fall von Corona-verursachtem Sterben) oder beispielsweise auch die fachmännische Deutung einer Studie, dass Schulschliessungen nur einen minimalen Einfluss auf die Krankheitsweitergabe und Sterberate haben. 
Bezüglich des Nichtauseinanderhaltens der wirklichen Todesursachen muss in Frage gestellt werden, ob das BAG seiner Aufgabe, Verantwortung und Pflicht gerecht wird, Daten professionell zu erfassen und wahrheitsgetreu zu vermitteln. Es muss der Verdacht einer Pflicht- und Verantwortungsverletzung erhoben werden.
Es fehlt auch eine medizinisch professionelle Einschätzung der Situation in Schweden, wo gemäss der dortigen Regierung die Zahlen im dortigen Epidemie-Zentrum Stockholm schon jetzt rückläufig sind, ohne Lockdown und ohne den vielfach prophezeiten exponentiellen gesundheitlich entstandenen Schaden.Zudem fehlt bis heute weiterhin ein Vergleich der Stärke des Schweizer Gesundheitssystems mit jenem in Norditalien. Man wendet in einer mutmasslich völlig anderen Ausgangslage die selbe Strategie des Lockdowns an.
Dem Bericht fehlt sogar die Feststellung, dass während der Grippewelle 2015bis anhin weniger Menschen gestorben sind als während der aktuellen Epidemie.
In Anbetracht, dass ein Lockdown bei genügend starkem Gesundheitssystem die Todeszahlen mittels Abflachung der Kurve nicht vermindert, sondern nur zeitlich verzögert, ist seitens Bundesamt für Gesundheit unbedingt darauf hinzweisen, dass das Schweizerische Gesundheitssystem bei weitem NICHT ausgelastet und schon gar nicht überlastet ist.
Zusätzlich fehlt dem Bericht jegliche Aussage zur Wichtigkeit und zum Vorgang der Immunisierung der Bevölkerung. Falls die Immunisierung nämlich nur verzögert wird, entsteht das Risiko eines anhaltenden Lockdowns oder sogar einer zweiten Welle und eines zweiten Lockdowns. 
Sollte zweiteres Eintreten, dann werden in der Schweiz zusätzliche Menschen sterben, nämlich jene, die heute noch gesund sind, noch nicht immun und nicht infiziert, aber in den nächsten Monaten neu an z.B. Herzkreislaufstörung, Bluthochdruck oder Diabetes erkranken und sich anschliessend infizieren. Es besteht also das Risiko, dass wegen der im Augenblick verhinderten Immunisierung Menschen in eine unnötige und verhinderbare Todesgefahr geraten. Schweden hat auch diese Problematik schon bald hinter sich und damit gelöst.
Schliesslich gilt auch festzustellen, dass dieser Bericht, zusammen mit vergangenen sehr ähnlich bis gleich verfassten Berichte, hauptverantwortlich ist für die durch die Presse vermittelte Angst und Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung. Genau wie der BAG-Bericht selber vermittelt auch die Schweizer Presse täglich und nahezu auschliesslich ein Bild von ständig ’steigenden Zahlen‘, wo in Wahrheit die Fallzahlen pro Tag schon seit über zwei Wochen deutlich abfallend sind.

Man erhält den Eindruck, dass das Bundesamt für Gesundheit ein reiner Sammelort von Zahlen ist, ohne dabei eine Verantwortung innezuhaben oder eine medizinisch epidemiologisch professionelle Meinung zu bilden, auf die sowohl die Bevölkerung als auch die Regierung unbedingt angewiesen wäre. 
Ob es sich hierbei um Inkompetenz oder um verantwortungslose Zurückhaltung handelt, läst der Bericht offen.

Die Massnahmen des Bundes sind weiterhin als unverantwortlich einzustufen, wobei die Hauptverantwortung hierfür zu einem grossen Ausmass beim BAG / der Staatsepidemiologie liegt, die den sich je länger desto mehr abzeichnenden Fakten bezüglich der tatsächlichen Gefahr auszuweichen scheint und keine klare Stellung bezieht, bzw. gar keine Stellung.
Auch dem Bund muss der Todesratenverlauf in Schweden aufgefallen sein, oder die Wiedereröffnung der Grundschulen in Dänemark, oder die neuen Studienergebnisse, gemäss denen die Sterblichkeit fünf- bis zwanzigmal niedriger liegt als von der WHO vorausberechnet (siehe z.B. dänische Studie, 1.6 Promille anstelle von ein bis drei Prozent). 
Es besteht in der Schweiz kein sichtbarer, objektiver Anlass für eine konservative Haltung bei der Aufhebung des Lockdowns, nicht in Anbetracht der sich immer klarer Manifestierenden Erkenntnisse, der Kapazitäten im eigenen Gesundheitssystem und der enormen ökonomischen Schäden sowie der Bedrohung, ja Vernichtung der Lebensgrundlagen von Hunderttausenden. 
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Nachtrag 15.4.2020, 18h

Die heute vom BAG veröffentliche Mortalitätsentwicklung ist furchterregend, => wenn man sie nicht in Relation setzt => wenn man unerwähnt lässt, dass das Gesundheitssystem noch nicht ausgelastet ist 2015 blieb die Grippewelle nahezu unbeachtet.
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quelle:
https://covid-19-fakten.blogspot.com/2020/04/der-bag-situationsbericht-vom-1442020.html
Der Bericht des Schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit befindet sich es als Pdf-Datei unter diesem Link.

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