Dem Monster einen Namen geben

Originalartikel vom Off-Guardian: https://off-guardian.org/2019/02/27/regime-change-is-urgently-needed-in-washington/

Niemand sagt, schreibt, oder schreit bei jeder Gelegenheit, dass nicht Venezuela, Kuba, Nicaragua, Syrien und der Iran ganz dringend einen „Regimewechsel“ braucht. Die Vereinigten Staaten von Amerika brauchen einen, die gesamte Europäische Union; ja, eigentlich der gesamte Westen.
 
Und die Lage ist wirklich ernst.
Der Westen ist übergeschnappt; vom wilden Affen gebissen – verrückt. Und die Menschen sind zu ängstlich um das auch nur zu sagen oder darüber zu schreiben.
Ein Land nach dem anderen scheitert, wird zerstört, bekämpft, erniedrigt, verarmt. Ganze Kontinente werden behandelt als würden sie von unverantwortlichen Kleinkindern bewohnt, die von sadistischen Erwachsenen gejagt und diszipliniert werden, die Lineale und Gürtel in ihren Händen halten und mit einem manischen Gesichtsausdruck brüllen: „Benehmt euch, gehorcht – sonst gibt’s was!“
Das alles wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Aber… es lacht niemand. Die Menschen zittern, schwitzen, weinen, flehen, kotzen, sind wütend, aber sie kichern nicht.
 
Das erlebt man überall: in Asien, Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten.
Aber warum?

Der Grund ist, dass Nordamerika und die europäischen Länder tatsächlich Ultimaten stellen: Entweder ihr gehorcht uns und geht vor uns auf die Knie, oder wir werden euch ruinieren, Gewalt antun, und wenn das scheitert, dann töten wir eure Anführer und alle, die uns im Weg stehen.
 
Das ist nicht besonders lustig, nicht wahr? Vor allem wenn man bedenkt, dass dies fast allen Ländern Lateinamerikas angetan wird, vielen afrikanischen und Nahost-Ländern, und verschiedenen Ländern auf dem asiatischen Kontinent.
 
Und das Ganze wird „professionell“ durchgezogen, mit grosser sadistischer Kunstfertigkeit und Ritualen. Niemand hat bisher den „Regimewechsel“-Taktiken widerstanden, nicht einmal die einst mächtige Sowjetunion, oder das gewaltige China, oder das stolze und entschlossene Afghanistan.
 
Kuba, Venezuela, Nordkorea und Syrien sind vielleicht die einzigen Länder, die sich noch halten. Sie haben Widerstand geleistet und all ihre Ressourcen mobilisiert um zu überleben; und sie haben überlebt, aber die Kosten waren gewaltig.
 
Die Opfer weinen immer noch. Ein paar unabhängige Länder äussern weiterhin ihren Zorn. Aber bisher gibt es keine grosse Koalition, die zum Kampf bereit wäre und sich gegenseitig verteidigen würde: „Einer für Alle, Alle für Einen.“
 
Bis zur jüngsten „Rebellion“ bei den Vereinten Nationen hat niemand offen und ernsthaft vorgeschlagen, dass das internationale Recht für alle Länder auf der Welt gelten sollte, und zwar gleichermassen.
Die Menschen reden über „Frieden“. Viele flehen die Räuber an, Gnade zu haben und Mitgefühl zu zeigen. Aber weder Europa noch Nordamerika haben über lange und schreckliche Jahrhunderte hinweg jemals Mitgefühl gezeigt. Schaut euch zum Beispiel eine Weltkarte vom Beginn des 20. Jahrhunderts an: Die ganze Welt wurde kolonisiert, geplündert und unterworfen.
 
Jetzt bewegt sich alles in die gleiche Richtung. Wenn der Westen nicht gestoppt wird, könnte unser Planet sogar komplett draufgehen. Und seien wir realistisch: Betteln, logische Argumente und guter Wille werden Washington, Paris oder London nicht vom Plündern und Versklaven abhalten.
 
Jeder, der zumindest über Grundkenntnisse der Weltgeschichte verfügt, weiß das.
Warum also leistet die Welt immer noch keinen echten Widerstand?
 
Wird Venezuela das Fass endgültig zum Überlaufen bringen? Und wenn nicht Venezuela, d.h. falls man Venezuela untergehen lässt, sind dann Nicaragua, Kuba oder der Iran als Nächstes an der Reihe? Gibt es irgendwas, das die Menschen zu Aktionen treibt?
 
Sehen wir alle nur passiv zu, wie das sozialistische Venezuela zu Asche verbrannt wird und dann all seiner Träume, Rohstoffe und seiner Freiheit beraubt wird? Ein Land, das der Welt bereits so viel gegeben hat, ein Venezuela, das es geschafft hat, unserer Menschlichkeit schöne Visionen und Konzepte zu geben.
 
Sind wir solche Feiglinge? Ist es das, was tatsächlich aus uns Menschen geworden ist, wozu wir reduziert worden sind? Feiglinge und Vieh, egoistische und unterwürfige Wesen, Sklaven?
All dies, einfach weil die Menschen zu viel Angst haben, sich dem Imperium zu stellen? Weil sie es vorziehen, sich zu verstecken und so zu tun, als würde das, was so offensichtlich ist, eigentlich nicht stattfinden?
 
Deshalb möchte ich es aussprechen, damit zumindest meine Leser nicht den „Luxus“ haben, zu behaupten, dass sie nicht informiert wurden:
Diese Welt wird von einer faschistischen Clique westlicher Nationen brutal behandelt und kontrolliert. Es gibt keine „Demokratie“ mehr in dieser Welt, da die Achtung des Völkerrechts in den Hauptstädten Nordamerikas und Europas nahezu Null ist. Der Kolonialismus ist in vollem Umfang zurückgekehrt. Der westliche Imperialismus kontrolliert heute die Welt fast vollständig.
 
Und betteln – vertraut mir – betteln und vom Frieden reden wird nicht helfen.
 
Während des Zweiten Weltkriegs musste der Faschismus gestoppt werden. Wenn nicht, hätte er den gesamten Planeten verschlungen. In der Vergangenheit sind bereits Dutzende von Millionen Menschen im Kampf für die Freiheit und für unsere Menschheit gestorben. Ja, einige Nationen haben versucht, Kompromisse einzugehen und mit Nazi-Deutschland zu verhandeln, aber wir alle wissen, wo das Ganze endete.
Jetzt stehen wir vor der selben Situation. Oder noch schlimmer, womöglich viel schlimmer, denn der Westen hat Atomwaffen und einen enormen Propaganda-Apparat: Er kontrolliert mit den „Massenmedien“ und der „Erziehung“ die menschlichen Gehirne auf der ganzen Welt.
 
Und weil die Bürger im Westen jetzt viel gehirngewaschener sind als die Deutschen und Italiener in den späten 1930ern und frühen 1940ern; noch gehirngewaschener, noch verängstigter, unterwürfiger und „disziplinierter“.
 
Im Ernst: Glauben jene Menschen, die heute diese „Friedensschriften“ verfassen, in denen sie mit dem Westen darüber streiten, was richtig und was falsch ist, glauben sie ernsthaft, dass sie Menschen wie Donald Trump, oder Pompeo, oder Merkel, oder Macron erreichen?
 
Glauben sie, dass Washington damit aufhört, Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu ermorden? Oder dass die neokolonialistische Plünderei aufhören würden, nachdem der US-Kongress und der Senat plötzlich verstanden haben, dass sie auf der falschen Seite der Geschichte standen?

Das ist keine rhetorische Frage. Ich meine es ernst: Ich verlange Antworten!
 
Glaubt die „Friedensbewegung“, dass sie mit einem Haufen Argumenten den westlichen Expansionismus aufhalten können? Ja oder Nein?
 
Glauben sie, dass sich Pompeo oder Trump plötzlich an die Stirn fassen und ausrufen: „Die Leute haben recht! Wir haben es nicht erkannt!“ Und dann ihre Truppen, ihre Verbrecher und ihre Söldner zurückrufen?
 
Falls nicht, falls die Friedensbewegungen nicht daran glauben, dass die nordamerikanischen und europäischen Führer dies tun – warum dann all die Tausende von vergeudeten Seiten?
 
Würdest du dich einem Krokodil, das ein unschuldiges Kind fressen will, nähern und einen Dialog mit ihm beginnen? Im Ernst, würdest du das tun? Glaubst du, dass es einhalten würde, ein paar Tränen vergießen würde, mit dem Schwanz wedeln und weggehen würde?  
Manchmal komme ich zu der Auffassung, dass die „Friedensbewegungen“ im Westen die Dinge nur schlimmer machen. Sie erzeugen falsche Hoffnungen, und sie verhalten sich so als wäre das Imperium ein Wesen mit einer Seele, das logisch denkt. Sie unterschätzen gewaltig die Bedrohung und die Gefahr.
 
Und sie neigen dazu, die westliche Bedrohung aus einer westlichen Perspektive mit Hilfe westlicher Logik zu analysieren.
 
Irgendwie geht in der Diskussion unter, dass Faschismus, Terror und Bestialität konfrontiert und bekämpft werden müssen.
Man kann nicht mit einer Gruppe von Ländern verhandeln, die bereits zu etwa 80% im Blut der Erde gebadet haben. Wenn es passieren sollte, wäre es nur ein Hohn und würde einfach jeden demütigen, der aufrichtig versucht, die Attentäter zu stoppen.

Im Moment braucht Venezuela Solidarität. Es braucht direkte Hilfe, Taten – und keine Worte. Und viele andere Länder auch. Stattdessen gibt es eine endlose Lawine von besten Wünschen und voreiligen Nachrufen.
 
Die Bolivarische Revolution hat viele blumige Worte bekommen. Aber was sie dringend braucht, sind Freiwillige, Geld und internationalistische Brigaden!
 
Ich weiss, dass Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt jetzt von ihren Sesseln aus jubeln; in der Tat, indem sie absolut nichts tun und gleichzeitig nichts spenden. Ihre Liebe zu Venezuela ist „platonisch“.
 
Ich habe gerade Syrien verlassen, wo ich über das Kriegsgebiet Idlib berichtete. Es war damals kein einziger Ausländer in meiner Nähe. Eva Bartlett und Vanessa Beeley arbeiten normalerweise in den schwierigsten Gebieten Syriens, aber wie viele andere tun das? Und die meiste Zeit arbeiten wir mit nahezu null Rückhalt, nur weil wir der Meinung sind, dass es unsere moralische Pflicht ist, die Menschheit zu informieren.
 
Ich frage mich, wie viele Ausländer kämpfen gerade für Venezuela?
 
Wer wird sich den westlichen Spitzeln entgegenstellen, die in Caracas und an den venezolanischen Grenzen zu Kolumbien und Brasilien implantiert wurden? Ein paar RT- und TeleSur-Reporter, diese wahren Helden, ja, aber wer sonst?
 
Nur direktes Handeln kann Venezuela und die Welt retten.
Dies ist keine Zeit für Debatten.
Das ist schlimmer, viel schlimmer als in den späten 1930er Jahren.
 
Das sprichwörtliche Krokodil ist hier; sein riesiges, hässliches Maul ist offen, bereit, ein weiteres brillantes und stolzes Land zu verschlingen.
Es wird Zeit, ihm einen grossen Metallstab ins Maul zu stecken. Jetzt, sofort, bevor es zu spät ist.
 
Lasst uns LANG LEBE VENEZUELA rufen! Aber mit unseren Händen, Muskeln und Geldbörsen, nicht nur mit unserem Mund.
 
Und habt keine Angst laut auszurufen: Wenn überhaupt, dann ist es Washington, wo ein Regimewechsel wirklich und dringend notwendig ist!

übersetzter Artikel
Autor ist:

Andre Vltchek ist Philosoph, Schriftsteller, Filmemacher und investigativer Journalist. Er hat Kriege und Konflikte in Dutzenden von Ländern behandelt. Drei seiner neuesten Bücher sind „Revolutionary Optimism, Western Nihilism, der revolutionäre Roman „Aurora“ und ein Bestseller der politischen Sachbücher: „Exposing Lies Of The Empire“. Sehen Sie sich seine anderen Bücher hier an. Sehen Sie Rwanda Gambit an, seine bahnbrechende Dokumentation über Ruanda und den Kongo und seinen Film/Dialog mit Noam Chomsky „On Western Terrorism“. Vltchek lebt derzeit in Ostasien und im Mittleren Osten und arbeitet weiterhin weltweit. Er ist über seine Website und sein Twitter erreichbar:
https://andrevltchek.weebly.com/
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