Trump und der Profit mit dem Tod

Nehmen wir den Tod von 823’000 Kindern und 20’000 Müttern pro Jahr in Kauf nur wegen dem Profit, von dem nur die Elite etwas davon hat?

Von mir übersetzter Originalartikel von John A. Carroll, MD   von www.haitianhearts.org

Mother with Infant in Cite Soleil. Photo by John Carroll.
Als sich der verstorbene Dr. Paul Blough Mitte der 80er Jahre aus seiner privaten
OB-Gyn-Praxis in Peoria zurückzog, zog er nach Haiti. Und in den nächsten paar Jahrzehnten 
lieferte „Dr.
Paul“ in Cite Soleil über 10.000 Babys ans Licht der Welt. Ich erinnere mich,
dass seine Augen sich im Kreißsaal des Krankenhauses von St. Catherine Laboure feucht
wurden, als er mir erzählte, dass der Tag, an dem ein Baby geboren wird,
der gesündeste Tag im Leben des Babys sei.
Er kannte die Gesundheitsrisiken, denen die Babys in Cite Soleil ausgesetzt waren,
wenn sie am nächsten Tag aus dem Krankenhaus entlassen wurden.

Während der letzten 15 Jahre habe ich viele Kinder in einer Kinderklinik in Cite Soleil untersucht. Im Slum sind Hautkrankheiten, Atemwegsinfektionen und Durchfall häufig. Aber es ist sehr schwierig für mich, mich auf das Konzept der hungernden Babys im Jahr 2018 zu konzentrieren.

Viele der unterernährten Babys werden von sehr jungen Müttern, berufstätigen Müttern, älteren Geschwistern, Großmüttern, der Nachbarin oder den Vätern des Babys zur Klinik getragen. Häufig sind die am schlechtesten dran, die nicht die gestillt werden und nur mit Milchpulver ernährt werden. Und was passiert, wenn die Formel verdünnt wird, damit sie länger hält? (Säuglingsnahrung ist teuer.) Was passiert, wenn schmutziges Wasser mit der Formel gemischt wird? Babys werden krank, schrumpfen und sterben.

Warum sollten haitianische Babys im Slum nicht gestillt werden? Vielleicht ist die Mutter nicht oft zu Hause, weil sie «Hanes T-Shirts» in einer Fabrik an der Airport Road in Port-au-Prince näht. Vielleicht ist die Mutter verrückt geworden und hat den Slum verlassen. Vielleicht ist die Mutter während der Geburt des Babys gestorben. (Haiti hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt.) Vielleicht war die Mutter krank und denkt nicht, dass sie das Baby stillen sollte. Vielleicht denkt die Mutter einfach, dass ihre Muttermilch schlecht ist. Vielleicht hat die Mutter keine Milch, weil sie anstelle des Babies Milchpulver benutzt hat. Ich habe all diese Gründe gehört.

Und was passiert, wenn die Mutter denkt, dass die Babynahrung, die an der Straßenecke gekauft wurde, besser ist als natürliches Stillen? Ich erinnere mich an Jahrzehnte, als ich die Geschichte von Babynahrung-Reklame aus den Vereinigten Staaten hörte, die haitianische Frauen beeinflussten, dass das Füttern von Säuglingsnahrung die richtige Wahl für ihre Kinder war.

Von RS Athions Beitrag in CounterPunch „Die Unmoralische Geschichte der Säuglingsnahrung und Trumps Versuch, Dritte Länder zu schikanieren, zu erpressen und zu bedrohen“

„Der Artikel mit dem Titel «The Baby Killer» aus dem Jahr 1974 liess den Skandal über das Nestlé-Milchpulver auffliegen. Firmen wie Nestle benutzten Frauen in Krankenschwesternuniformen, um ihre Babynahrung zu verkaufen (an Frauen in der „Dritten Welt“). Sie stellten den Müttern, die die Formel verwenden würden, kostenlose Proben zur Verfügung. Diese Frauen würden dann feststellen, dass ihre Brüste nach einem Monat mit der Babynahrung keine Milch mehr gaben. Jetzt waren sie abhängig und mussten die Babynahrung kaufen, doch das Familieneinkommen betrug in vielen Fällen nur 7 Dollar pro Woche. Was sich entfaltete, war eine Tragödie: von der Mischung der Babymilch mit unsicheren Wasserquellen bis hin zu der Tatsache, dass sie sich die teure Babynahrung nicht leisten konnte und sie verdünnte, um sie länger nutzen zu können. Das Ergebnis waren Todesfälle bei Millionen von Babys, unterernährte Babys mit verkümmertem Wachstum, die zu lebenslangen körperlichen und geistigen Behinderungen verurteilt waren.
„Ein atemberaubendes Beispiel mörderischer Marktwirtschaft, mit dem die Kinder der Welt an eine 11,5-Milliarden-Dollar-Industrie verfüttern werden. Eine Million Kindersterblichkeitsfälle pro Jahr werden dafür verantwortlich gemacht, dass man auf Säuglingsnahrung setzt und nicht stillt. „

Vier Jahrzehnte später unterstützt die Wissenschaft immer noch die Vorteile der Muttermilch.
Im Jahr 2016 erschienen in der medizinischen Zeitschrift Lancet eine Serie über das Stillen.

„Muttermilch macht die Welt gesünder, klüger und gleichwertiger: Das sind die Schlussfolgerungen zum Stillen. Der Tod von 823.000 Kindern und 20 000 Müttern pro Jahr könnte durch das allgemeine Stillen vermieden werden, zusammen mit wirtschaftlichen Einsparungen in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar. Die Serie bestätigt die Vorteile des Stillens mit weniger Infektionen, erhöhter Intelligenz, wahrscheinlichem Schutz vor Übergewicht und Diabetes sowie Krebsvorsorge für Mütter.
„Das Stillen für alle Säuglinge wird sowohl von staatlichen als auch von medizinischen Berufsverbänden stark unterstützt, da es einen direkten Nutzen für die Ernährung des Säuglings, die Magen-Darm-Funktion, die Immunabwehr und das psychische Wohlbefinden hat.“

„Muttermilch im Vergleich zu Säuglingsnahrung kann selbst in den ersten Lebensjahren nach Absetzten des Stillens weiterhin vor akuten Erkrankungen schützen.“
„Das Stillen verringert die Ausgaben aus eigener Tasche, weil es die Ausgaben für den Kauf von Babynahrung reduziert. Aufgrund des gesunkenen Krankheitsrisikos bei gestillten Säuglingen kommt es außerdem zu einer Reduzierung der Auslagen für Zuzahlungen bei ambulanten Behandlungen, Krankenhausaufenthalten und Medikamenten sowie zu einem Rückgang der elterlichen Abwesenheitszeiten.“

(Natürlich haben Zuzahlungen und die Sorge um parenterale Arbeitsausfälle keinen Einfluss auf die meisten haitianischen Slum-Frauen.)

Wie geht nun Donald Trump mit dem Stillen um? Nun, ein erstaunliches Ereignis ist gerade vor einigen Tagen passiert. Die New York Times vom 8. Juli 2018 berichtete über eine kürzlich durchgeführte Gesundheitsversammlung der Vereinten Nationen:

„Es wurde erwartet, dass ein Beschluss zur Förderung des Stillens von den Hunderten von Regierungsabgeordneten, die sich diesen Frühling in Genf für die der Vereinten Nationen angeschlossene Weltgesundheitsorganisation versammelt hatten, schnell und einfach angenommen werde.“
Auf der Grundlage jahrzehntelanger Forschungsergebnisse heißt es in der Entschließung, dass Muttermilch für Kinder am gesündesten ist, und Länder sollten bestrebt sein, die ungenaue oder irreführende Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten einzuschränken.

Dann hat die Delegation der Vereinigten Staaten, die die Interessen der Hersteller von Säuglingsmilchprodukten vertritt, die Beratungen auf den Kopf gestellt.

Amerikanische Beamte versuchten, die Resolution zu verwässern, indem sie die Regierungen zum „Schutz, zur Förderung und Unterstützung des Stillens“ abschaffen wollte sowie eine weitere Passage solle, die politische Entscheidungsträger dazu aufforderte die Werbung für Lebensmittel zu verbieten, die nach Meinung vieler Experten schädliche Auswirkungen auf Kleinkinder haben könnte, gestrichen werden.

„Als das scheiterte, versuchten sie’s mit Drohungen an Diplomaten und Regierungsbeamte, die an den Diskussionen teilnahmen. Ecuador, das die Maßnahme eingeführt hatte, war das erste Land, der sich im US Fadenkreuz befand.

Die Amerikaner waren unnachgiebig: Wenn Ecuador sich weigere, die Resolution fallen zu lassen, würde Washington strafende Handelsmaßnahmen entfesseln und wichtige militärische Hilfe zurückziehen. Die ecuadorianische Regierung hat sich dann schnell gefügt.

Am Ende waren die Bemühungen der Amerikaner meist erfolglos. Es waren die Russen, die schließlich eintraten, um die Maßnahme einzuführen – und die Amerikaner haben ihnen nicht gedroht.

Nach der Times-Story twitterte Donald folgendes:

Ich glaube, Donald hat das 70 Milliarden Dollar Business mit Babynahrung unterstützt und danke Gott für Russland’s rechtzeitige Intervention. Maximaler Gewinn ist der Motor. Das Wohlergehen armer Kinder auf der Welt scheint für den Führer der freien Welt nicht zu zählen.
„DR. Paul „aus Peoria würde es schwer haben, all das zu glauben.

Quelle: https://www.counterpunch.org/2018/07/13/dispatch-from-haiti- trump-and-breastfeeding/

Hier noch eine Quelle der Netzfrauen: „Jetzt wird es ernst! Aktivisten graben Nestlé das „Wasser“ ab – Babymilch von Nestlé im Visier.“

 Originalartikel von John A. Carroll, MD  
www.counterpunch.org » Dispatch From Haiti: Trump and Breastfeeding » Print

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