Fallibilismus

Der Fallibilismus ist in der Erkenntnistheorie eine grundsätzliche Position, die davon ausgeht, dass es in einem bestimmten Erkenntnisbereich oder überhaupt keine absolute Gewissheit geben könne. Denn es lasse sich niemals ausschließen, dass das, was wir soeben als wahr akzeptiert haben, dennoch falsch sein könnte: Wir können uns immer irren.

Anders gesagt: Eine Rechtfertigungsstrategie mit dem Ziel, eine Letztbegründung zu erreichen, kann nie zum endgültigen Erfolg führen; also bleibt uns nur, unsere Überzeugungen ständig auf Irrtümer hin zu prüfen und ggf. zu revidieren.

Fallibilisten sind keine Relativisten, die behaupteten, es gäbe keine absolute Wahrheit. Die fallibilistische Position setzt vielmehr voraus, dass es eine absolute Wahrheit gibt, die unsere Überzeugungen verfehlen könnten. Fallibilisten sind auch keine Nihilisten, die vertreten, dass wir uns immer irren würden. Sie sagen lediglich, dass wir uns immer irren könnten. Fallibilisten brauchen auch keine Skeptiker zu sein, die vertreten, dass wir immer Grund zu Zweifel an unseren Überzeugungen hätten. Die fallibilistische Position besagt also an sich nicht, dass es keine gerechtfertigten Überzeugungen gäbe, sondern nur, dass auch die beste Rechtfertigung einen möglichen Irrtum niemals ausschließen kann. Fallibilistische Positionen implizieren demnach nicht, dass unsere Überzeugungen niemals Wissen sein könnten; sondern nur, dass wir niemals sicher sein können, ob sie wahres Wissen sind.

In der Antike sind als Vertreter fallibilistischer Positionen Arkesilaos und Karneades bekannt. In der neueren Philosophie sind Fries und Peirce zu nennen. Das bekannteste Beispiel für eine fallibilistische Position ist Poppers Kritischer Rationalismus. Poppers Konzeption wurde von seinem vormaligen Schüler Bartley zu einem pankrititischen Rationalismus erweitert.

Poppers Kriterium der Falsifizierbarkeit bezieht sich im Rahmen der empirischen Wissenschaft auf Aussagen, wobei das Problem einer logischen Induktion (d.h. der Schluss von einer Einzelaussage auf eine Allgemeinaussage) für unlösbar gehalten wird. Demgegenüber wurden andere Aussageklassen ins Feld geführt, bezüglich derer die Frage: Fallibilismus oder Letztbegründung neu gestellt wurde. Dazu gehören etwa die Performativa („Hiermit taufe ich Dich ‚Hans'“), bestimmte psychologische Selbstauskünfte („Etwas tut mir jetzt weh“), Aussagen der Logik („p ↔ nicht nicht p“) und der Mathematik („1+1=2“), sowie Tautologien oder analytische Aussagen („Der Satz: ‚Schnee ist weiß‘, ist genau dann wahr, wenn Schnee weiß ist.“). Viele vertreten, in einem oder mehreren dieser Fälle sei absolute Gewissheit sehr wohl zu erreichen. Manche sind auch der Auffassung, bestimmte Aussagen seien weder wahr noch falsch, weshalb hier von Irrtum nicht gesprochen werden könne.

In dem von ihm so genannten Münchhausen-Trilemma vertritt indes Hans Albert die These, dass der Fallibilismus universell anwendbar sei, ungeachtet der gewählten Erkenntnisform sowie der gewählten Art und Weise, diese auf ein sicheres Fundament zurückzuführen. Es gibt auch verschiedene Ansätze, den Fallibilismus auf dem Gebiet der Grundlagen der Mathematik anzuwenden. Da man selbst die Grundlagen von Logik und Mathematik in Frage stellen kann, gelangt man somit zur Frage nach einer Kernlogik, d.h. einem Minimum an Regeln, das erforderlich ist, um überhaupt noch miteinander argumentieren zu können.

Quelle: fremdwort.de

hier noch ein dazu passender Essay

The “Other Side” Is Not Dumb. – Sean Blanda – Medium

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